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Glamourös ist sie ja immer. Doch im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums des Mauerfalls sollte die 15. Preisverleihung der GOLDENEN HENNE am Mittwoch einen Abend der ganz großen Emotionen bieten. Die Dramaturgie saß: Zum Höhepunkt der Gala im Berliner Friedrichstadtpalast überreichte Hans-Dietrich Genscher die Auszeichnung in der Kategorie „Politik“ an den tschechischen Staatsmann Vaclav Havel. Und auch er selbst bekam „was Goldenes“, wie seine Laudatorin es nannte – Überraschungsgast Angela Merkel.
"Das ist deutsche Einheit und europäische Einigung“, so die Bundeskanzlerin mit Blick auf den mit rund 2.000 prominenten Gästen gefüllten Saal und das Bühnentrio. Auf den Tag genau 20 Jahre nachdem der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher in der bundesdeutschen Botschaft in Prag Tausenden von DDR-Flüchtlingen ihre Ausreise verkünden konnte, würdigte Merkel seine Verdienste um die deutsche Einheit mit einem Ehrenpreis. „Großartig sind die Politiker, die einerseits ihre Pflicht tun und andererseits ihr Herz für die Menschheit behalten“, so Merkel auch mit Blick auf Vaclav Havel. „Das werden die Deutschen aus Ost und West Ihnen nie vergessen.“
Genscher selbst hatte zuvor an die bewegenden Momente rund um den 30. September 1989 erinnert und dankte Havel für die Zuwendung, Solidarität und Hilfe, mit der er den Flüchtlingen in dieser Zeit Zuversicht gegeben habe. Er würdigte außerdem den Mut des tschechischen Freiheitskämpfers: „Vaclav Havel hat der Freiheitsidee ein Gesicht gegeben. Er wusste: Nur in Freiheit ist Kultur möglich.“ Die Verleihung der GOLDENEN HENNE sei „der Dank der Deutschen an einen großen Humanisten und großen Europäer.“
Natürlich fehlte es an diesem Abend auch sonst nicht an überraschten, zu Tränen gerührten, teils aufgeregt-heiseren aber allesamt stolzen Preisträgern. Die GOLDENE HENNE in der Kategorie „Sport“ ging an Biathletin Kati Wilhelm, die Auszeichnung in der Kategorie „Musik“ an Michael Hirte. Die Ost-Rocklegenden Puhdys freuten sich über die „Jubiläumshenne Musik“. Entertainer Stefan Raab nahm ein goldenes Huhn für „Fernseh-Innovation“ mit nach Hause. Von Moderatorin Andrea Kiewel gab’s Küsschen für SUPERillu-Chefredakteur Jochen Wolff, bevor sie sich ihre GOLDENE HENNE für „Unterhaltung und Moderation“ abholte.
Den Ehrenpreis Lebenswerk erhielt Ursula Karusseit, der„Charity“-Preis ging an Peter Escher, der mit seiner Stiftung krebskranke Kinder unterstützt, „Schauspiel“ an Wolfgang Stumph. Bei so einem Anlass fast schon obligatorisch: Der Wende-Song der Scorpions „Wind of Change“, für den die Band einen Ehrenpreis erhielt. „Aufsteigerin des Jahres“ wurde Moderatorin Ina Müller, die live während der Show vom TV-Publikum gewählt wurde.
Und was sagten die Kollegen abseits des roten Teppichs über die mittlerweile zum gesamtdeutschen Medienereignis gewachsene GOLDENE HENNE, die von SUPERillu, MDR, RBB und Friedrichstadtpalast gemeinsam veranstaltet wird? „Es ist gelungen, unser Land wahrhaftig zusammen zu führen“, so Jochen Wolff. „Die Mauer friedlich einzureißen – das haben Ost und West gemeinsam geschafft“, erklärte SUPERillu-Verlagsleiter Heinz Scheiner.
01.10.2009
