„Es gibt so viel Not“, erklärte RTL-Moderatorin Nazan Eckes 2006 im FOCUS-Interview die Situation in Malawi. Damals besuchte sie als Patin der Münchner Christian-Liebig-Stiftung (CLS) das arme ostafrikanische Land, um beim Spendenmarathon des Senders Projekte zu unterstützen. Drei Jahre später überzeugte sie sich nun gemeinsam mit der Stiftungsvorsitzenden Beatrice von Keyserlingk vor Ort von den Fortschritten und eröffnete eine Grundschule, die durch die Spenden finanziert wurde.
„Es ist großartig zu sehen, welche Hilfe durch die Spenden der Zuschauer möglich wurde. Ich durfte sehr dankbare und sehr freundliche Menschen kennen lernen und habe viele lernwillige Kinder ins Herz geschlossen. Sie haben jetzt eine echte Perspektive", freut sich die Moderatorin. Die Spenden der RTL-Zuschauer ermöglichten sogar den Bau einer zweiten Grundschule - und auch die 2004 bei einem Unwetter verwüstete Christian-Liebig-Sekundarschule konnte mit dem Geld renoviert werden und erhielt eine neue Bibliothek. Außerdem wurde Lernmaterial gekauft und ein Labor für die Schüler eingerichtet.
In der neuen Chisengeleni-Grundschule in Mumbo bekommen die Kinder der Gegend eine geregelte Schulausbildung. In der Mpalapata-Grundschule gibt es drei Doppelklassenzimmern mit angrenzenden Verwaltungstrakt, zwei Lehrerhäusern und sanitären Einrichtungen. Mittlerweile werden dort rund 670 Kinder unterrichtet.
Dass die Hilfe wirklich ankommt, davon hat sich Stiftungsvorsitzende Beatrice von Keyserlingk im Herbst ein umfangreiches Bild gemacht: Insgesamt fünf Wochen hat sie im September und Oktober in Malawi verbracht und in dieser Zeit mehr als zwei Wochen auf dem Campus der Christian-Liebig-Sekundar-Schule gewohnt. Die Münchnerin hat gemeinsam mit Lehrern und Schülern gekocht, gegessen, gearbeitet und sich ausgetauscht.
“Es gibt Dinge, die wir sehr hoch aufhängen, die aber für die Leute vor Ort schlicht keinen Stellenwert haben. An dieser Hürde scheitern vermutlich viele Hilfsprojekte. Es war gut und wichtig dies einmal so hautnah zu erleben“, beschreibt von Keyserlingk ihre Erfahrungen und fordert: „Um erfolgreich zu sein, muss Entwicklungshilfe mit den Menschen gemeinsam entwickelt werden, denen geholfen werden soll. Wir sind auf einem guten Weg – die Christian-Liebig-Sekundarschule sieht nun fantastisch aus und wächst in eine gesunde Routine.”
Die Stiftung erinnert an den FOCUS-Reporter Christian Liebig, der 2003 im Alter von 35 Jahren im Irak ums Leben kam. Sie möchte der Vision des Journalisten von einer Hilfe zur Selbsthilfe in Afrika Gestalt verleihen. Diese Arbeit können auch Sie mit einer Spende unterstützen: Christian-Liebig-Stiftung e.V., Konto 700 3 700, BLZ 700 700 24, Deutsche Bank München. Informationen zu den Projekten bekommen Sie unter www.christian-liebig-stiftung.de.
23.11.2009
