Shimon Peres nannte Aenne Burda eine „Ikone des 20. Jahrhunderts“. Verleger Hubert Burda attestiert seiner Mutter die „Klugheit der Athene, den Siegeswillen der Artemis und den Charme der Aphrodite“. Junge Frauen, die sich auf dem digitalen Olymp einen Platz erobert haben, zeichnet er seit 2006 jährlich mit dem „Aenne Burda Award for Creative Leadership“ aus.
Preisträgerinnen waren unter anderem „Google“-Managerin Marissa Meyer, „Flickr“-Gründerin Caterina Fake, die US-Medienikone Martha Stewart und die Internet-Unternehmerin Esther Dyson. Alles Medienfrauen, die an ihre Visionen glaubten und sie tatkräftig und erfolgreich umsetzten – wie Aenne Burda, die 1949 aus einem defizitären Schnittmusterverlag den größten Modeverlag der Welt schuf.
Setzten sich die Frauen in Nachkriegsdeutschland aus Not an die Nähmaschinen, gilt „Do it Yourself“ (DIY) heute als Tugend. Immer mehr junge Frauen entdecken das Selberschneidern. Schluss mit 0-8-15-Fähnchen von der Stange! Mode soll Spaß machen, kreativ sein und den eigenen Typ betonen. Der Trend kommt aus den USA und hat schon weltweit Nachahmer gefunden.
Mit dem Internetportal BurdyStyle und der weltweiten Näh-Community BurdaStyle.com bietet Hubert Burda Media den neuen Crafistas - eine Wortschöpfung aus Craft und Fashionista - eine Plattform, die stylish und aktuell ist. Hier gibt’s nicht nur Schnitte mit perfekter Passform, sondern auch Anleitungen und Tipps und eine rege Community, die rund um den Globus zu Hause ist. So wie einst Aenne Burda ihre BURDA MODEN in 120 Ländern der Welt und in 17 Sprachen verkaufte, haben heute Burdafashion und BurdyStyle weltweit ihre Fans und User.
Dass DIY sechzig Jahre nach der Gründung von „Burda Moden“ ein so großartiges Revival erlebt, würde Aenne Burda mit Stolz erfüllen. Neu ist, dass sich heute immer mehr Männer an die Nähmaschine setzen. So hat Jeffrey, einer der fleißigsten männlichen User von BurdaStyle, „Make don't buy“ zu seinem Motto gewählt.
Ute Dahmen
