Ein eisiger Wind pfeift durch Moskaus Straßen. Die Menschen gehen, die Fellmützen tief ins Gesicht gezogen, geduckt an den grauen Häuserfassaden entlang. Es ist kalt. 24 Grad minus. Geräuschlos rollt eine Tschaika, die überlange Staatslimousine, über den Mittelstreifen der sechsspurigen Straße. Im Fond sitzt nicht wie üblich ein finster blickender Funktionär, sondern eine kleine Frau, gerade mal 1,65 groß.
Sie trägt einen camelfarbenen Blazer über einer cremeweißen Bluse und einem schwarzen Rock, dunkle Pumps, schlichten, aber teuren Goldschmuck. Die grauen Haare sind elegant frisiert. Ihre grün-grauen Augen blitzen wie die Mittagssonne auf den goldenen Kuppeln des Kreml. Aenne Burda ist 77 Jahre alt. Vor ihr liegt der Triumph ihres Lebens als Verlegerin und Gründerin des größten Modeverlags der Welt: ein Empfang bei Raissa Gorbatschowa.
Sie trägt einen camelfarbenen Blazer über einer cremeweißen Bluse und einem schwarzen Rock, dunkle Pumps, schlichten, aber teuren Goldschmuck. Die grauen Haare sind elegant frisiert. Ihre grün-grauen Augen blitzen wie die Mittagssonne auf den goldenen Kuppeln des Kreml. Aenne Burda ist 77 Jahre alt. Vor ihr liegt der Triumph ihres Lebens als Verlegerin und Gründerin des größten Modeverlags der Welt: ein Empfang bei Raissa Gorbatschowa.
Die berühmte Modenschau im Moskauer Glaspalast
Es ist der 4. März 1987. Aenne Burda und die First Lady der UdSSR sitzen umringt von Fotografen und Kamerateams auf einem Gobelinsofa in einem vornehmen Patrizierhaus in Moskau. Ein Bild, das um die Welt gehen wird. Am Vortag hat die Offenburgerin die erste westliche Zeitschrift in der Sowjetunion präsentiert. „Burda Moden“ soll von nun an monatlich in der UdSSR erscheinen.
Eine Modenschau mit Topmodels wie Christy Turlington und Monica Schnarre wurde live im sowjetischen Fernsehen übertragen und Aenne Burda wie ein Star auf dem Laufsteg gefeiert. Beim Tee gesteht Raissa Gorbatschowa: „Alle Frauen in unserem Land sehnen sich nach Schönheit. Frau Burda, durch ihre praktischen Anleitungen können unsere Frauen sich ihre schönen Kleider selbst machen.“
„Aenne Burda wäre in Russland eine Zarin gewesen“, sagt Hans-Dietrich Genscher, von 1974 bis 1992 deutscher Außenminister. „Sie haben mehr geleistet als drei Botschafter vor Ihnen“, lobt er die Pioniertat der Unternehmerin und bekräftigt auch zwanzig Jahre später, dass seine Würdigung keine Schmeichelei, sondern Ausdruck von Respekt und Dankbarkeit gewesen sei. „Aenne Burda“, so Genscher, „zog auf ihre Weise und mit ihren Möglichkeiten den Eisernen Vorhang ein Stück zur Seite.“
Ute Dahmen
Eine Modenschau mit Topmodels wie Christy Turlington und Monica Schnarre wurde live im sowjetischen Fernsehen übertragen und Aenne Burda wie ein Star auf dem Laufsteg gefeiert. Beim Tee gesteht Raissa Gorbatschowa: „Alle Frauen in unserem Land sehnen sich nach Schönheit. Frau Burda, durch ihre praktischen Anleitungen können unsere Frauen sich ihre schönen Kleider selbst machen.“
„Aenne Burda wäre in Russland eine Zarin gewesen“, sagt Hans-Dietrich Genscher, von 1974 bis 1992 deutscher Außenminister. „Sie haben mehr geleistet als drei Botschafter vor Ihnen“, lobt er die Pioniertat der Unternehmerin und bekräftigt auch zwanzig Jahre später, dass seine Würdigung keine Schmeichelei, sondern Ausdruck von Respekt und Dankbarkeit gewesen sei. „Aenne Burda“, so Genscher, „zog auf ihre Weise und mit ihren Möglichkeiten den Eisernen Vorhang ein Stück zur Seite.“
Ute Dahmen
